Hauptseite

 
Aktuell Biographien Kontakt

Günter Puschmann

Kurzinfo

In Kürze: Günter Puschmann
Geboren 1963 in Lemgo.
Erste PR-Risszeichnung: Band 1055.
Er lebt in Detmold.

»Wie man der Fantasie Gestalt verleiht«

Der 1963 im lippischen Lemgo geborene Günter Puschmann ist von Haus aus Architekt. Und er ist einer derjenigen, die seit über zwanzig Jahren fantastische Raumschiffe, Roboter und Gebäude vor den Augen von Hunderttausenden von Lesern lebendig macht. Er fertigt Risszeichnungen für PERRY RHODAN an, die größte Science Fiction-Serie der Welt, die seit 1961 erscheint und mittlerweile die atemberaubende Anzahl von über 2300 Heftromanen erreicht hat.

An sein erstes PERRY RHODAN-Heft erinnert sich Puschmann noch lebhaft: »Das war im Urlaub 1976 – mein Bruder hatte sich einige Hefte gekauft und mit großem Interesse gelesen. Da man als Junge von zwölf Jahren von Natur aus neugierig ist und großen Brüdern sowieso nacheifert, habe ich ihn so lange genervt, bis ich die Romane auch lesen durfte.« Puschmann ist sofort Feuer und Flamme für die Abenteuer des Helden, der in ferner Zukunft den letzten Rätseln des Universums auf der Spur ist.

»Als Kind und Jugendlicher beeindruckte mich die Schilderung von fremden Welten am meisten, die Vorstellung, dass es dort draußen noch mehr gab, die ›Action‹ und die gigantischen Dimensionen. Man versuche sich nur mal ein kugelförmiges Raumschiff von 2500 Metern Durchmesser vorzustellen.« Puschmann ist besonders fasziniert von den technischen »Risszeichnungen«, die der fiktiven Welt einen realen Anstrich verleihen. Mühevolle, detailverliebte Grafiken, die das Äußere und Innere der futuristischen Objekte sichtbar machen.

»Ich kaufte mir manche Hefte nur, wenn auch eine Risszeichnung darin abgedruckt war; zu mehr reichte das Taschengeld seinerzeit nicht. Die Zeichnungen pauste ich dann über einem selbstgebastelten Leuchttisch (Glasplatte und Tischlampe) mit Bleistift auf Papier ab und hängte sie im Kinderzimmer auf.« Dabei blieb es natürlich nicht. Puschmann erzählt schmunzelnd: »Wenn man schon so verrückte Sachen macht, ist der Schritt zu eigenen Versuchen natürlich auch nicht mehr weit, und irgendwann hatte ich den Mut, die ersten mit Tuschefüller und Lineal zu Papier gebrachten Exponate an den Verlag zu schicken.«

Noch während er das Gymnasium besucht, wird seine erste professionelle Zeichnung 1981 in PERRY RHODAN-Heft 1055 veröffentlicht. Diese Leidenschaft hat in gewisser Hinsicht auch Einfluss auf seine Berufswahl. 1988 schließt Puschmann den Studiengang Architektur/Hochbau an der Fachhochschule Lippe als Diplom-Ingenieur ab. In den folgenden Jahren arbeitet er als Architekt an zahlreichen Objekten in der Region, fertigt aber als freier Mitarbeiter weiter fleißig technische Illustrationen für die PERRY RHODAN-Serie an – über einhundert bis heute.

Viel hat sich seit diesen Anfängen verändert. Heute wird nicht mehr mit Tusche gearbeitet, sondern mit dem Computer. Die Risszeichnungen entstehen zeitnah zu den Romanen, damit die Leser die Grafiken schon bei der Lektüre zur Hand nehmen können. Und manchmal bringt Puschmann nicht die Fantasie der Autoren zu Papier, sondern wird selbst mit einem Entwurf beauftragt, der später in die Romane einfließt. So geschehen im Jahr 1999 im Fall der »Solaren Residenz«, eines riesigen, schwebenden Regierungskomplexes. »Hier wurde uns seinerzeit von Seite der Autoren vollkommen frei Hand gelassen, was die äußere Gestaltung betraf. Und ich konnte mich austoben.«

Aktuell hat er eine achtseitige Farbstrecke unter dem Motto »Verkehrssysteme der Zukunft« angefertigt, die als Beilage im Extra-Heft 2 veröffentlicht wird.

Puschmann lebt und arbeitet als selbstständiger Architekt, Grafiker und Layouter in Detmold.