Swen Papenbrock ist einer der Illustratoren, die der größten Science
Fiction-Reihe der Welt Woche für Woche ihr äußeres Erscheinungsbild
verleihen. Der 1960 in Kassel geborene Künst-ler liefert Titelbilder
für PERRY RHODAN, die legendäre Heftroman-Serie, die seit 1961
er-scheint und es bis heute auf 2300 Ausgaben gebracht hat.
»Wenn ich mich recht zurückentsinne, war es etwa 1970/71, als ich
meinen ersten Kontakt mit der PERRY RHODAN-Serie hatte«, erzählt
Papenbrock. »Allerdings nicht als Leser, sondern als begeisterter Fan
der Johnny-Bruck-Titelbilder. Mein Taschengeld war zu dieser Zeit nicht
sehr üppig, und so drückte ich mir an den Fenstern des Kiosks die Nase
platt und bewunderte nur die Cover.«
Die Sache mit dem Taschengeld wird bald zwischen dem Jungen und dessen
Vater geklärt. Schon bald ist Papenbrock daher begeisterter Leser und
Sammler. »Diesen verhängnisvollen Fehler hat mein Vater spätestens dann
bereut, als in meinen Schulheften auf jeder zweiten Seite ein
selbstgemaltes Raumschiff von mir herumflog.«
Auch das zweite Steckenpferd lässt nicht lange auf sich warten: Comics.
Papenbrock ver-schlingt die Abenteuer der »ZACK«-Helden, und der
Wunsch, selbst Comic-Zeichner zu werden, nimmt Gestalt an. Eine erste
Gelegenheit, sein zeichnerisches Talent unter Beweis zu stellen, ist
ein Wettbewerb, der Anfang der 80er Jahre in der PERRY
RHODAN-Schwesterserie ATLAN ausgeschrieben wird. Papenbrock erinnert
sich noch exakt an den Inhalt des Briefes, der ihn einige Monate nach
der Veröffentlichung seines Beitrags erreicht: »Als Sieger des
Zeichenwettbewerbs in Heft 202 gratulieren wir Ihnen und übersenden
Ihnen einen Scheck über 100,- DM.«
Und er ergänzt: »Damit waren die Weichen für meine weitere
zeichnerische Zukunft gestellt, denn solch ein Erfolg spornt ziemlich
an.«
Nach dem Besuch der Realschule absolviert Papenbrock aber erst einmal
eine Ausbildung zum Maler- und Lackierergesellen, später in Stuttgart
die Weiterbildung zum Maler- und Lackie-rermeister, staatlich geprüften
Designer in der Fachrichtung Farbe und Gestaltung sowie als Vergolder.
Parallel dazu hat er längst Kontakt zu einem Agenten aufgenommen, dem
es ab Mitte der 80er Jahre gelingt, seine Illustrationen professionell
zu verkaufen.
»Ich war schon mächtig stolz, als ich einige Monate später an einem
Kiosk den Band 286 von ›Zauberkreis SF‹ mit meinem Titelbild kaufen
konnte.« Weitere Aufträge, Illustrationen anzu-fertigen, lassen nicht
lange auf sich warten. Ob Titelbilder für Heftromane, Taschenbücher,
Comic-Magazine oder Rollenspiele, Papenbrock hat bald alle Hände voll
zu tun.
Es ist daher nur folgerichtig, dass ein beruflicher Kontakt zur PERRY
RHODAN-Serie ent-steht. Nach dem plötzlichen Tod von Johnny Bruck, der
die PERRY-RHODAN-Cover von Beginn an im Alleingang malte, wird
Papenbrock Ende 1995 einer derjenigen, die in Brucks Fußstapfen treten.
Keine leichte Aufgabe, aber eine, die der heute in Baunatal lebende
Illustra-tor mit Begeisterung übernimmt. Schließlich hat alles ja
einmal mit Johnny Brucks Titelbildern begonnen.



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