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Johnny Bruck

Kurzinfo

In Kürze: Johnny Bruck
Geboren 1920 in Halle a.d. Saale.
Cover-Illustrationen der PERRY RHODAN-Hefte 1 bis 1799.
Er starb am 6. Oktober 1995.

Seine Bilder gaben PERRY RHODAN das Gesicht

Johnny Bruck prägte die deutsche Science Fiction wie kein zweiter. Aber nicht als Autor, sondern als Cover-Illustrator vor allem der PERRY RHODAN-Serie. In seinen prächtigen, sehr fantasievollen Bildern wurden die Abenteuer des SF-Helden, der seit 1961 über 2300 Heftroman-Abenteuer erlebte, auf den ersten Blick in ihrer ganzen Faszination spürbar.

Herbert Johannes Bruck wurde am 22. März 1920 in Halle a.d. Saale geboren. Die ersten sechs Jahre seines Lebens verbrachte er in Großbritannien, ein Umstand, der zu einer lebenslangen Verbundenheit mit der Insel führte, äußerlich belegt durch die stets präsente Schottenmütze und eine gesellige Flasche Glenfiddich.

Nachdem er in die Elbemetropole zurückgekehrt war, zeigte sich rasch seine künstlerische Neigung. Bereits mit sieben Jahren zog es den kleinen Jungen nach der Schule in den Zoo Hagenbeck, um Tiere zu malen. Seine künstlerische Leidenschaft wurde nur noch von seinem Eigensinn übertroffen: So riss er mit vierzehn Jahren von zu Hause aus und versteckte sich als blinder Passagier auf einem Dampfer mit Ziel Südamerika. Das Abenteuer endete zwar schon nach zwei Tagen, untermauerte aber Brucks hervorstechende Charaktereigenschaft, nie mit den Wölfen zu heulen.

Zwischen 1936 und 1938 erlernte er den Beruf des Fotolitographen. Nebenbei belegte er drei Semester Aktzeichnen, aber außer Bekanntschaften sprang kein größerer Gewinn bei den Kursen für ihn heraus. Bruck verstand sich als Autodidakt.

1938 meldete er sich zur Kriegsmarine. »Nachdem ich im Kanal und in der Biskaya dank Minentreffern dreimal abgesoffen war, lernte ich im Lazarett den damals bekanntesten Kriegsberichtszeichner Hans Liska kennen, der mir zum Vorbild wurde.« Brucks eigene Skizzen überstanden den Zweiten Weltkrieg nicht. Sie verbrannten alle.

Einen Tag vor der Kapitulation Nazi-Deutschlands wurde Bruck vom Kriegsgericht zum Tode verurteilt – weil er einen Heimaturlaub um zehn Stunden überzogen hatte. Die Vollstreckung wurde vom Kriegsende verhindert. Durch die Vermittlung seines Freundes Felix Graf Luckner, der den berühmten »Seeteufel« verfasst hatte, wurde Bruck vorzeitig aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen. Bruck revanchierte sich und illustrierte die erste Nachkriegsausgabe des Romans. Es war sein Einstieg in die Welt der Titelbild-Malerei.

Er malte die Cover für die Heftserien »Rolf Torring's Abenteuer« und »Jörn Farrow's U-Boot-Abenteuer«. Als Ferienaushilfe für einen Freund übernahm er eine Weile die beliebte Westernserie »Billy Jenkins«, und schließlich kam mit der »Utopia«-Reihe der erste Kontakt in Sachen »Zukunftsroman« zustande, wie man die Science Fiction damals noch nannte. 1957 folgte der Wechsel zur Konkurrenz »Terra«, die im Moewig-Verlag erschien. Damit hatte Bruck seine verlegerische Heimat gefunden. Und ab 1959 auch seine Wahlheimat, als er von Goslar nach München in die Stadt seines Arbeitgebers umzog.

Als 1961 PERRY RHODAN konzipiert wurde, beauftragte man Bruck mit der Erstellung der Titelbilder und Innenillustrationen. 35 Jahre lang kam er dieser Aufgabe nach, die ihn zum Dreh- und Angelpunkt der deutschen Science Fiction machte. Denn in den Jahrzehnten vor »Star Wars« waren es vor allem Brucks imposante Darstellungen von Weltraum, Technik und fremden Wesen, die Heerscharen von Lesern zur SF lockten.

Bruck arbeitete mit schnell trocknenden Acrylfarben und nutzte häufig die Möglichkeiten der Fotomontage. Der ständige Termindruck forderte dennoch seinen Tribut. »Ich muss oft klitschen, damit der Laden läuft«, gab Bruck unumwunden zu. »Ich selbst bin nur selten zufrieden, weil ich Superbilder malen könnte, wenn ich a) die Zeit und b) das Honorar amerikanischer Zeichner hätte.«

Neben seinen fantastischen Gemälden für PERRY RHODAN ging Bruck auch anderen künstlerischen Interessen nach. Nach wie vor malte er zum Ausgleich leidenschaftlich gern Tiere. Und für die Regionalzeitungen rund um den Ammersee, wo er seit 1966 wohnte, nahm er mit großer Lust die bayrische Lokalprominenz mit trefflichen Karrikaturen aufs Korn.

Wie er das alles möglich machte, erklärte er ganz salopp: »Mein Geheimnis ist leicht entschleiert: Ich habe eine fantastische Frau, die nur halb so jung ist wie ich, und wohne zwischen Großkapitalisten am Ammersee. Ich bin täglich zwei bis drei Stunden mit dem Radl im Revier, trinke gern Whisky, bin mehr als fleißig und habe eine gesunde ›Rutsch-mir-den-Buckel-runter‹-Stimmung gegenüber dem Verlag.« Und obwohl ihn die PERRY RHODAN-Fans vergötterten, blieb er bescheiden der »Handwerker mit künstlerischen Ambitionen«, wie er sich selbst 1976 in einem Gespräch bezeichnete.

Verlag, Redaktion, Autoren und Fans blieben ihm treu ergeben, noch weitere fast zwanzig Jahre. Als Johnny Bruck am 6. Oktober 1995 an den Folgen eines Verkehrsunfalls starb, ging eine Ära zu Ende.