Michael Marcus Thurner ist und bleibt Wiener. 1963 in der Donaustadt geboren, lebt der Schriftsteller zusammen mit seiner Frau und zwei Töchtern im obersten Stock eines Zinshauses nahe dem Stadtzentrum. Seit Ende 2004 gehört er zum festen Team der PERRY RHODAN-Autoren; vorläufiger Höhepunkt eines bewegten Lebenslaufs.
Die Leidenschaft fürs Lesen wurde früh geweckt: »Micky Maus war definitiv das erste Comic-Heft, das man mir in die Hand steckte. Es war das einzige Mittel, um mich auf dem Töpfchen zu halten.« Es war Liebe auf den ersten Blick und eine Beziehung, die es zu verteidigen galt: »Mit vier bekam ich ein Meerschweinchen geschenkt. Als es wagte, meine Micky Maus anzuknabbern, war’s vorbei mit der Freundschaft. Meine Mutter musste das ›Mistvieh‹ wegeben, ich hätte ihm sonst den kleinen Hals umgedreht.«
Mit zehn wird die Comic-Maus vor die Tür gesetzt, und Jules Verne und viele andere Science-Fiction-Autoren werden hereingebeten. Bis zur Entdeckung der PERRY RHODAN-Serie ist es dann nur noch ein kleiner Schritt. PERRY RHODAN, das ist die faszinierende Geschichte der Menschheit in der Zukunft. Die Serie, die seit 1961 erscheint, hat es bis heute auf 2300 Heftromane sowie Hunderte von Taschenbüchern gebracht und begeistert Millionen Leser. Auch Thurner ist sofort entflammt und begleitet den Helden auf seiner Suche nach den letzten Rätseln des Kosmos. Aber PERRY RHODAN ist wohl kaum Schuld, das Thurners weiterer Lebenslauf schnittige Geradlinigkeit vermissen lässt.
»Ich habe überraschenderweise das Abitur bestanden«, grinst Thurner, »weniger überraschend ein halbes Dutzend Studienrichtungen aber nicht geschafft.« Und er fährt fort: »Unter anderem war ich als Kellner, Verkäufer in einem Motorradzubehör-Geschäft, Security und als Angestellter in einem Reitstall tätig.«
Erst mit 34 Jahren beginnt Thurner mit dem Schreiben. Nicht unbedingt aufgrund eines inneren Drangs, sondern weil seine Frau ihn dazu drängt: »Sie musste mich kräftig anschubsen, animiert wahrscheinlich nach der Lektüre eines feurigen Liebesbriefs.« So beginnt seine Karriere als Autor, die zügig zur größten Science-Fiction-Serie der Welt führt.
Die Antwort, warum er sich ausgerechnet für SF begeistert, überrascht nach all diesen Stationen nicht unbedingt: »Die Möglichkeit, alle Regeln der Vernunft außer Funktion setzen zu können, das hat was, wirklich!« Und da Thurner als weitere Leidenschaften sein Motorrad, Reisen, das Sammeln von Überraschungseiern und den Fußballverein SC Rapid nennt, kann man wohl davon ausgehen, dass »Vernunft« zum Glück wirklich nicht sein Thema ist.



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