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Andreas Eschbach

Kurzinfo

In Kürze: Andreas Eschbach
Geboren 1959 in Ulm.
Erstes PR-Heft: Band 1935
Er lebt seit 2003 in der Bretagne/Frankreich.

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»Die Erfüllung eines Jugendtraums«

Der 1959 in Ulm geborene Andreas Eschbach ist einer der erfolgreichsten deutschen Gegenwartsautoren. In den vergangenen zehn Jahren veröffentlichte er ein gutes Dutzend Romane, darunter Bestseller wie »Das Jesus-Video« (1998), der auch verfilmt wurde, oder »Eine Billion Dollar« (2001). Literaturpreise im In- und Ausland sowie Übersetzungen seiner Werke in zahlreiche Sprachen sind für den Schriftsteller mittlerweile gang und gäbe.

Am Beginn seiner Karriere zum bedeutendsten SF-Autor Deutschlands steht PERRY RHODAN, die größte SF-Serie der Welt, die seit 1961 erscheint und es mittlerweile auf fast 2300 Hefte gebracht hat.  »Mit elf oder zwölf hatte ich angefangen, PERRY RHODAN zu lesen. Nach anfänglicher Skepsis gegen diese ›Heftchen‹ fand auch mein Vater Gefallen daran, was mich auf die Idee brachte, ihm zum Geburtstag ein ›selbstgemachtes‹ Romanheft zu basteln.«

Inspiriert von der Suche Perry Rhodans nach den großen Geheimnissen des Universums, setzt sich Eschbach an die Dauerleihgabe seines Vaters, eine alte, gusseiserne  Olympia-Schreibmaschine, und legt los. »So entstand der erste ›Eschbach‹: direkt in die Maschine gehackt, mit rührend hölzernen Dialogen und unglaublich viel Handlung pro Seite, Figuren und Geschichte ungeniert zusammengeklaut aus allem, was mir gefiel.«

Seine ganze Jugend über schreibt er für sich und seine Freunde Geschichten, bevor er sich dem »Ernst des Lebens« widmet. »SF stand am Anfang«, erzählt Eschbach, »sie hat mich dazu verführt, Raumfahrttechnik zu studieren. Was aus heutiger Sicht eine gewaltige Verschwendung von Zeit und Energie war.«

Und er ergänzt: »Ich war immer unzufrieden, weil ich den Beruf nicht finden konnte, für den ich mich berufen fühlte. Die Aussicht, als Diplomingenieur zu arbeiten, entsetzte mich regelrecht – kein Wunder, dass ich mit dem Studium zu keinem Ende kam.« Noch vor dem Abschluss wechselt Eschbach in die EDV-Branche, zunächst als Softwareentwickler, ab 1993 als geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma.

Parallel dazu hat seine schriftstellerische Laufbahn längst wieder Fahrt aufgenommen. Denn der Beruf, zu dem er sich berufen fühlt, schlummert schon längst in ihm. »Eines Tages – es muss kurz nach meinem 33. Geburtstag gewesen sein – stellte ich mir die berühmte Frage, was ich tun würde, wenn ich nur noch sechs Monate zu leben hätte. Ich musste mir eingestehen, daß ich es mir nicht verzeihen könnte, keinen Roman veröffentlicht zu haben.«

1992 beginnt er mit der Arbeit an seinem Buch »Die Haarteppichknüpfer«, das 1995 schließlich erscheint. Ein Erfolg quasi aus dem Stand, geliebt von den Lesern und gleich mit dem Literaturpreis des Science Fiction Club Deutschland e.V. bedacht. Nachdem auch sein zweiter Roman »Solarstation« für Furore sorgt, zieht sich Eschbach aus der EDV-Beratungsfirma zurück und macht die Schriftstellerei zum Hauptberuf.

Die Anfrage, einen Gastbeitrag zur PERRY RHODAN-Serie zu verfassen, kommt 1998 der Erfüllung eines Jugendtraums gleich. »Als Dreizehnjähriger habe ich mit glühenden Ohren PERRY RHODAN-Hefte verschlungen – und heute schreibe ich selber eines! Das ist fast so, als hätte Paul McCartney angerufen und mich aufgefordert, mit ihm zusammen eine neue Platte aufzunehmen.« Eschbach schreibt den Band mit der Nummer 1935, der zu den beliebtesten der Reihe avanchiert, und ist glücklich, einen kleinen Beitrag zum Phänomen PERRY RHODAN beizutragen. »Denn ein Phänomen ist diese Serie zweifellos, schon allein durch ihre schiere, überwältigende Präsenz, die auf diesem Planeten, vermutlich sogar in dieser Galaxis ohne Beispiel ist.«

Sieben Jahre und etliche Erfolge später schreibt er noch einmal einen PERRY RHODAN-Roman, trefflich »Die Rückkehr« betitelt. Der Band mit der Nummer 2295 erscheint am 12. August 2005. Ein guter Zwischenstopp auf dem Countdown zu Eschbachs nächstem großen Coup, der im September folgt: »Der Nobelpreis«. Das ist der Titel seines neuesten Romans. Den Nobelpreis selbst hat der Autor allerdings nicht allzu fest ins Visier genommen. Denn sein Credo lautet: »Mein wichtigster Anspruch an ein Buch ist, dass es Spaß sein muss, es zu lesen, nicht Arbeit.«

Nach fast genau 25 Jahren in Stuttgart lebt Eschbach seit September 2003 mit seiner Frau in der Bretagne.


Veröffentlichungen:
1995: »Die Haarteppichknüpfer«.
1996: »Solarstation«.
1998: Erstes PR-Heft: Band 1935 (»Der Gesang der Stille«).
»Das Jesus-Video«.
1999: »Kelwitts Stern«.
2001: »Das Marsprojekt 1: Das ferne Leuchten« (Jugendbuch).
»Quest«.
»Perfect Copy« (Jugendbuch).
»Eine Billion Dollar«.
Von 30. September 2001 bis 14. Juli 2002 »Exponentialdrift« (Fortsetzungsroman) in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
2003: »Exponentialdrift«.
»Der Letzte seiner Art«.
2004: »Die seltsame Gabe« (Jugendbuch).
»Eine Trillion Euro« (Anthologie).
»Das Buch von der Zukunft« (Sachbuch).
2005: »Das Marsprojekt 2: Die blauen Türme« (Jugendbuch).
Zweites PR-Heft: Band 2295 (»Die Rückkehr«).
»Der Nobelpreis«.

Auszeichnungen:
1996: Literaturpreis des SFCD (»Die Haarteppichknüpfer«).
1997: Kurd-Laßwitz-Preis & Literaturpreis des SFCD (»Solarstation«).
1998: Literaturpreis des SFCD (Kurzgeschichte: »Die Wunder des Universums«).
1999: Kurd-Laßwitz-Preis, Deutscher SF-Preis & Phantastik-Award (»Das Jesus-Video«).
2000: Grand Prix de l’Imaginaire (Frankreich) & Prix Bob Morane (Belgien) für »Die Haarteppichknüpfer«.
Kurd-Laßwitz-Preis (»Kelwitts Stern«).
2002: Kurd-Laßwitz-Preis (»Quest«).
2004: Kurd-Laßwitz-Preis, Deutscher SF-Preis & Phantastik-Award (»Der Letzte seiner Art«).
Grand Prix de l’Imaginaire (Frankreich) für »Eine Trillion Euro«.